Singapur

Der Name Singapur bedeutet in Sanskrit (Singha / Löwe + Pura / Stadt =) Löwenstadt. Der Legende nach musste der hinduistische Prinz Sang Nila Utama wegen seiner Heirat mit einer buddhistischen Prinzessin vor seinen politischen Gegnern fliehen. Auf der Insel im dichten Dschungel musste er sich einem Löwen zum Kampf stellen, doch als sich beide in die Augen sahen, so die Legende, senkte er sein Schwert und der Löwe zog sich zurück. Seitan nannte er den Platz, der bis dahin Temasek (Stadt am Meer) geheißen hatte, Löwenstadt.

1819 gründete Sir Thomas Stamford Raffles, der Handelsagent der Britischen Ostindien Kompanie, die erste britische Niederlassung an dieser Stelle, die zu diesem Zeitpunkt von nur etwa 20 Fischerfamilien bewohnt war. Er wird daher auch als Gründer des modernen Singapur bezeichnet. Sein Name findet sich an Plätzen, Straßen, U-Bahn-Stationen, Schulen, Einkaufszentren und dem berühmten Raffles Hotel wieder. Die rasante Entwicklung der Stadt verdeutlicht sich, wenn man weiß, dass die Stadt nur 60 Jahre später bereits über 170.000 Einwohner hatte.

Von 1942 bis 1945 von den Japanern besetzt gelangte Singapur nach dem 2. Weltkrieg wieder in britische Hände.

1963 begründeten die 4 Regionen Malaya, Sabah, Sarawak und Singapur das spätere Malaysia und wurden von den Briten in die Unabhängigkeit entlassen. Nach massiven Unruhen zwischen der chinesischen und der nichtchinesischen Bevölkerung in Singapur wegen eines befürchteten Einflusses von Kuala Lumpur auf die ethnischen Gruppen wurde Singapur aus dem Staatenbund Malaysiens ausgeschlossen, da man fürchtete, dass die Unruhen sonst das ganze Land erfassen würden. Somit wurde Singapur am 9. August 1965 ein eigener souveräner Staat und begeht an diesem Datum auch seinen Nationalfeiertag.

Heute beherbergt Singapur etwa 5,7 Mio. Einwohner auf nur 725,1km². (Wien hat 414,6km² und 1,9 Mio. Einwohner.) Singapur ist heute eine der reichsten Städte/Länder der Welt, und gilt als die Stadt mit den höchsten Lebenshaltungskosten. Sie ist neben Hongkong der bedeutendste Finanzplatz Asiens und gehört mit mehr als 11 Mio. Touristen pro Jahr zu den 10 meistbesuchten Städten der Welt.

Das Wahrzeichen der Stadt ist der Merlion. Ein Löwenkopf mit Fischkörper, der am Raffles Place steht und Wasser speit.

SINGAPORE – 07 AUGUST, 2016: The Merlion fountain in Singapore. Merlion is a imaginary creature with the head of a lion,seen as a symbol of Singapore

Credits: thefinder.com.sg

Nun ja, bei der Aussicht, die ich vom Bett aus genießen konnte, hab ich mich schon das eine oder andere Mal gefragt, ob ich denn überhaupt da hinaus gehen soll in die Hitze der Stadt. Aber Singapur hat noch viel mehr zu bieten als nur eine gute Aussicht und so machte ich mich auf, die Stadt zu erkunden. Dazu gibt es zum einen eine Touristen SIM Karte, die man im Supermarkt für umgerechnet 9.- EUR kaufen kann und ein Guthaben von 100GB aufweist. Das kann man gar nicht verbrauchen als Tourist. Und zum anderen gibt es auch noch eine Singapur Card für die Öffis um 20.- SGD für 3 Tage.
SGD steht für Singapur Dollar. 1 SGD sind 0,66 EUR. Zum Umrechnen diesmal also /3 x2.

Zu aller erst bin ich mal zum Fährterminal hinaus gefahren. Dort ist der Anleger für die großen Kreuzfahrtschiffe und die kleinen Fähren, die die Menschen tagtäglich von Indonesien nach Singapur zur Arbeit und wieder zurück bringen. Ein 2-stöckiges Gebäude, von dessen Dach aus ich das Treiben der Großschifffahrt in der Straße von Singapur gut beobachten konnte.

Im ersten Stock ist die Maritime Gallery eingerichtet. Die schau ich mir auf Verdacht mal an. Die Dame am Eingang ist gewohnt herzlich, redsam und nicht fotoscheu. Eintritt ist keiner zu bezahlen.

Hier bekommt man allerdings einiges geboten, was Informationen zum Frachtverkehr der Stadt und dessen Entwicklung bis heute anbelangt. Alle 2-3 Minuten kommt ein Schiff in Singapurs Hafen an oder verlässt ihn, oder anders: Jährlich werden etwa 130.000 Schiffe abgefertigt und es sind etwa 1.000 Schiffe immer gleichzeitig im Hafen. Die Kreuzfahrtschiffe davon bringen etwa 1 Mio. Besucher jährlich.

Übrigens in einen 20-Fuß Container passen etwa 48.000 Bananen, oder 5.000 Paar Schuhe oder 60 Waschmaschinen oder 400 Fernseher, oder … Und Container gibts hier einige.

Man bekommt dort Einsicht in die Arbeit der Lotsen und Ihre Arbeitsplätze UND – das ist das beste von allem – man kann am Schiffssimulator fahren. Das ist ein vollständiger Schiffssteuerstand mit Steuerrad, Bugstrahlruder, Maschinensteuerung, Seekarte, Funk, Radar und allem Schnick-Schnack. An den Bildschirmen sieht man aus dem Fenster und man kann selbstständig verschiedene Schiffstypen und Schwierigkeitsgrade wählen. DAS war´s! Ein Spielzeug für große Jungs.

Zum Anfangen habe ich gleich mal eine der Personenfähren gewählt, und durfte die im Anfängermodus in den Hafen von Singapur fahren, wobei man auch noch pünktlich sein musste. Klar, eine Fähre halt. Das ist echt sensationell, du kannst da alles bedienen, siehst jeder Reaktion wie in echt und ein elektronischer Instruktor gibt dir Tipps, wenn du ganz grob daneben liegst.
Hab ich natürlich auf Anhieb geschafft und bin daher auch umgehend auf einen Tanker und in den Fortgeschrittenen-Status umgestiegen. Was kam war klar. Übermut tut selten gut. Da half auch der Instruktor nichts mehr, den Tanker habe ich in einen anderen hinein gecrashed. Gut, dass es nur ein Simulator war. Puh!
Trotzdem eine tolle Erfahrung einmal selbst zu erleben, wie träge so ein riesiges Schiff reagiert und was man nicht alles anstellen muss, um es überhaupt zu einer Kursänderung zu bewegen. Sehr lehrreich!

Unweit zum Terminal ist das eigentliche Wahrzeichen der Stadt. Das Marina Bay Sands Hotel. Ihr erinnert euch vielleicht, das haben wir schon beim Vorbeifahren mit der Tartaruga von weitem erkannt. Man sieht es von fast überall aus, und so bin ich eben mal hingefahren.

Das Zentrum der Reichen und Schönen hätte ich gesagt. Aber schaut doch mal wieder selbst:

Der beste Laden ist aber noch der von Louis Vuitton. Der ist mitten im Wasser und muss durch einen Tunnel begangen werden.

Singapur ist überhaupt so etwas wie die Aneinanderreihung von Shoppingmalls. Im Erdgeschoß sind immer die Guccis und Diors zu finden. In den Obergeschoßen wird’s dann immer günstiger (weil billig is hier gar nix). In den Untergeschoßen sind dann die Foodstreets. Ein Restaurant neben dem anderen und von bis ist hier fast alles zu haben. Vorrangig asiatisch natürlich, aber an der Raffles Shoppingmall gibt es im EG z.B. auch ein bayrisches Lokal, die Brotzeit. Hier gibt’s Weißbier vom Hofbräuhaus und Würschtl in den verschiedensten Varianten. Musste ich natürlich auch probieren.

In der Shoppingmall gleich neben dem Hotel sind im 2. UG sehr bodenständige SB-Restaurants zu finden. Dort gibt es ein riesengroßes Teller mit Reis, Gemüse und 2 Sorten Fleisch nach Wahl für ganze 4.- EUR. Man muss also nur wissen, wo man hingehen muss.

Nebst den ganzen Parfum, Schminke, Taschen, Schuhe und Kleidergeschäften kann man hier aber auch gante Etage voll mit Elektronik finden, bis hin zum exklusiven Fluggeräteshop.

Was die Menschen hier auch sehr gerne machen, ist klettern. Am besten gleich nach der Arbeit und dann gleich um die Ecke im gut klimatisierten Einkaufszentrum. Zum Greifen nahe klettern sie da an dir vorbei und man ist fast geneigt hinzugreifen oder die Hand zu reichen. Life dabei!

Und noch einen Vorteil haben die vielen Malls. Man kommt geschickt auch zu Fuß ohne Schwitzen durch die Stadt, wenn man sich ab und wann durchs EG der nächsten Mall drängt. Zum Abschluß des Themas sei noch erwähnt, dass man in dieser Stadt den Radfahrern große Aufmerksamkeit schenkt. Die haben in manchen Malls einen eigenen Eingang, nein Einfahrt, direkt vom Radweg in die Mall hinein und Vorrang gegenüber den Fußgängern auch noch dazu!

Zurück zur Bay Sands Marina. Ich wusste, dass es dort ganz oben, quasi am Bug des Überbauschiffes, ein Observation Deck gibt. Also frage ich mich durch und komme auch irgendwann dort an. Zugang im Tower 3 im 1. UG. Die Fahrt nach oben kostet 35.- SGD und die Schlange ist endlos lange. Ich verzichte und denke mir, es ein anderes mal zu versuchen.
Im EG ist hingegen nur eine sehr kurze Schlange vor der Anmeldung zum Dachrestaurant. Bestimmt sehr teuer denke ich mir und stell mich an, um das Menü mal durchzublättern. Man ist ja neugierig. Dann bin ich positiv überrascht. Die Preise sind für Singapurer Verhältnisse gar nicht so arg übertrieben. Man kann für 22.- SGD hinauf fahren und das Ticket aber wie Bargeld im Restaurant verwenden. Man muss lediglich mindestens 50.- SGD verkonsumieren. Also eindeutig besser als die lange Warteschlange im UG und nichts für sein Aufzugsgeld zu bekommen.
Der nette Herr am Anmeldetischchen, Mr. Muhammad Fairoz, berät mich sehr freundlich hinsichtlich Restaurant oder Skybar mit Club Lounge und empfiehlt mir, am besten am Montag gegen 18:30 Uhr wieder zu kommen. Da sei zum einen nicht so viel los, es wäre nicht mehr so heiß um die Uhrzeit und ich könnte den Sonnenuntergang von oben miterleben. Das Angebot nehme ich dankend an und fühle mich bemüßigt, am Abend ein Mail an das Restaurant zu schicken, um zu betonen, dass mich Mr. Fairoz exzellent und sehr freundlich beraten hat. Es kam auch prompt eine Antwort zurück, in der man sich für das Mail bedankte.

Am Vorplatz der Mall hab ich mir dann ein Bierchen gegönnt und über den See zum Merlion hinüber geschaut. Von hier aus gibt es auch einen wunderbaren Blick auf die Skyline der Stadt. Zurück zum Hotel geht’s dann mit dem Bus.

Taxi, Grab, Bus, U-Bahn oder zu Fuß, Singapur ist leicht und kostengünstig zu erkunden.

Es würde den Blog sprengen, wenn ich euch nun alle Details meiner Reise durch die Stadt berichten würde. Aber ein paar Eindrücke lass ich euch schon noch da:

Nicht unerwähnt möchte ich lassen, dass die Hallelujah International Church Singapore im Hotel einen Workshop für das Singen von Kirchenliedern abhielt. Und diese Veranstaltung war extrem gut besucht. Sehr viele Jugendliche aber auch Menschen meiner Generation (wenn auch in der Minderheit). Da hab ich natürlich auch mal rein geschaut, und war total überwältigt von dem, was da abging.

Das JUWEL am Flughafen ist eine neu eröffnete Halle am Ankunftsterminal, wo Wasser von der Glasdecke läuft, sich in Rauch auflöst, viele Pflanzen angesetzt sind und man über Brücken oben herum spazieren kann.

Das Singapur Cable Car Sky Network ist eine Gondelbahn, die auf die Vergnügungspark Insel Sentosa und auf den Mount Faber hinauf fährt und einen Blick über Singapur aus einer anderen Perspektive erlaubt. Aber auch dort war mir die Schlange zu lange.

Aufgrund des Bevölkerungsmixes gibte es hier natürlich auch ein Chinatown

Und ein Little India gibts auch. In den Geschäften hier kann man extrem günstig einkaufen. Vorrangig Modeschmuck, bei den Schuhen muss man die passende Größe aber dafür selber suchen:

Und genauso ein muslimisches Viertel.

Und dort habe ich am Nachbartisch dann ein paar verständliche Worte vernommen. Eine Gruppe Vorarlberger und 1 Allgäuer, mit aus meiner Sicht perfektem Vorarlberger Slang, saßen mir da gegenüber. Da waren wir natürlich schnell im Gespräch. Die beiden Jungs links im Bild (ein Montafoner und besagter Allgäuer) studieren in Taiwan Mechatronik an einer Partneruni und die andern 3 waren auf Besuch. Treffpunkt war halt Singapur.

Ein Erlebnis für sich war dann der Besuch der Gardens by the Bay gleich hinter dem Marina Bay Sands Hotel. Die Bilder sagen glaub ich alles und die beleuchteten Bäume gibt’s dann später nochmal (von oben) zu sehen. Ein Erlebnis der Extraklasse. Wer dort nicht war, war nicht in Singapur.
@ Xaver und Leni: Wer findet den Drachen und das Krokodil?

Tja und zum Abschluss war ich dann noch wie angekündigt in der Sky Lounge auf dem Marina Bay Sands Hotel. Und wenn das unter „nicht so viel los“ fällt, dann hätte ich bei „viel los“ nicht da sein wollen. Der Ausblick ist jedenfalls atemberaubend und die Stimmung sehr ausgelassen. Super toll!.
Nur schwimmen durfte ich nicht gehen, das ist exklusiv den Hotelgästen vorbehalten.
Zimmer gibt es hier übrigens ab 500.-€ / Nacht.

4.11.2019 Sundown

Veröffentlicht von petermaiergarsten

Email: peter.maier.11@gmx.at

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