Bleibt alles anders / Kurzbericht aus Martinique

Nun sind schon fast 6 Wochen vergangen seit unserer Ankunft auf Martinique. Da war erst gar nix los, und dann wurde plötzlich alles anders. Ja, ja, in der „Gar nix los – Zeit“ hätte ich ruhig ein wenig mehr noch schreiben und berichten können, aber die Muse hat mich einfach nicht gepackt. Zudem waren wir auch gut beschäftigt, die komplette Ruderanlage samt Hydraulik bis ins letzte zu zerlegen, Fehler zu eruieren und natürlich auch wieder (mit Verbesserungen) zusammen zu bauen und das eine oder andere an Bord noch weiter zu verbessern.

Aber auch Corona hat uns gut beschäftigt, waren wir doch ständig auf der Suche nach einem hurrikansicheren Hafen, in den wir einreisen können (und Martinique gehört da nicht dazu). Einreisen war und ist hier für alle Boote, welche unter der Flagge eines EU-Staates segeln (egal welcher Nationalität die Crew ist), möglich. Und auch nach Hause fliegen hätten wir jederzeit gekonnt. Aber das Schiff im Hurrikangürtel zurück zu lassen, war eben keine Option für uns.

Da Martinique zu Frankreich und damit zur EU gehört, waren/sind hier die gleichen Restriktionen wie in Frankreich gültig. Ausgangssperre außer zum Einkaufen, Arztbesuch, etc. Anstellen beim Supermarkt, Atemmasken und Handschuhe, Strände, Restaurants und Bars gesperrt. Noch nicht mal karibische Musik hats gegeben, no na, war ja alles zu. Erst diese Woche hat´s – so wie bei euch auch – die ersten Erleichterungen gegeben. Über die ganze Sache mag man nun denken wie man will, ich persönlich halte es für ausgesprochen überzogen und stimme dem allem nicht zu. Ist aber nur meine persönliche Meinung.
Wir haben uns auch nicht immer um die Restriktionen gekümmert und haben dann schon mal einen Ausflug gemacht (verboten), sind ab und wann mal segeln gewesen (verboten) mit Leuten vom Nachbarschiff (verboten) und haben uns gegenseitig zum Abendessen eingeladen (verboten). Dabei haben sich aber ganz tolle Bekanntschaften und Freundschaften ergeben.

Das führte am Ende soweit, dass wir einen Ersatz für mich auf SHAMBALA II gesucht und auch gefunden haben, und ich auf das Nachbarschiff, die CAROLIN, gewechselt bin.

Mit Skipper JÖRG DIESCH (er war mit seinem Bruder Eckart als Vorschoter mehrfacher Deutscher Meister, Weltmeister im Shark 24, Olympiasieger im FD 1976, EM und WM Bronze, 2x im Siegerteam des Admirals Cup, uvm.) und einer gesamt 4-köpfigen Crew segelt die CAROLIN nun ab morgen, Montag 18.05.2020, über Guadeloupe, die Azoren, Gibraltar, Mallorca, Sardinien und den Peloponnes bis in die Gegend von Bodrum in der Türkei.

Vielleicht gelingt es mir ja auf der Überfahrt einige Beiträge aus Martinique nachzuholen und natürlich auch über meine neue Reise zu berichten. Wo sich die CAROLIN gerade befindet, könnt ihr bei Interesse auf folgendem Link jederzeit nachverfolgen: https://forecast.predictwind.com/tracking/display/Carolin

Wir lesen uns, Sundown

P.S.: Weiß jemand von euch, wie man eine Schwimmboje richtig benutzt?

Veröffentlicht von petermaiergarsten

Email: peter.maier.11@gmx.at

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2 Kommentare

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  1. Hey alter Weltumsegler!
    Einige deiner EBG ex. Arbeitskollegen und ich haben mit Begeisterung (und ein bisserl Neid) Deinen Blog gelesen!
    Wir warten schon auf die Fortsetzung – wann gehts weiter – wie gehts Dir, wo bist Du??

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    1. Servus Bertl und ihr alle anderen,
      seit der Zeit auf Martinique hat sich viel getan.
      Mit Jörg und der CAROLIN bin ich noch bis in die Türkei gesegelt und dann Anfang Dezember nach Hause zurück.
      Hatte danach eine Heuer als Skipper auf einer wunderschönen CNB 64 mit Aerorig namens THREE60 für eine Weltumsegelung. Die ist dann aber leider 3 Wochen vor der Abfahrt in der Marina Kastela in Kroatien völlig unschuldig bei dem großen Feuer total verbrannt.
      War dann noch ein paar Wochen im Sommer in der Türkei auf CAROLIN und bin zur Zeit wieder auf SHAMBALA II in der Karibik auf Curaçao 🇨🇼.
      Morgen gehts weiter nach Bonaire 🇧🇶 und denn Rest kennt nur der Wind.

      Lasst euch wie immer nicht unter kriegen und hoffentlich sehen wir uns mal längsseits auf einen Sundowner.

      PS: Schön, wenn der Blog immer noch gelesen wird.

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