Port Dickson

So, nun ist die berühmte Katze endlich aus dem Sack. Trag das kleine Geheimnis eh schon viel zu lange mit mir herum. Aber man sollte ja immer alles der Reihe nach erzählen, damit es keine Missverständnisse gibt.
Ich bin dann jedenfalls noch am 14. Oktober nach unserer Rückkehr in die Marina in das angeschlossene, schon vorausgebuchte Hotel umgezogen. Das war dann wirklich eine Umstellung. Von Kajüte auf Suite, von Kübeldusche aus dem Meer auf Regenbrause mit regulierbarem Süßwasser, von Müsli auf Frühstücksbuffet. War zwar nicht das geplante, aber wenn schon, denn schon.

Apropos geplant, in der Marina gibt es eine Bar mit dem bezeichnenden Namen „Sailors Drink Shop“. Und in eben dieser Bar hängt ein Spruch, der sich bei mir ziemlich fest eingeprägt hat.

Von PORT DICKSON gibt es ansonsten nicht so viel zu berichten. Das Städtchen mit etwa 120.000 Einwohnern liegt nur rund 26km südöstlich vom Flughafen von KUALA LUMPUR (KLIA) und dieser ist wiederum 44km südlich von Kuala Lumpur selbst gelegen.

Viel Strand gibt es auch nicht, aber der, der da ist, ist sandig weich und man kann bei Ebbe noch etwa 50-100m weit hinauslaufen.

Erwähnenswert ist allerdings noch dieser Supermarkt, der beim Eingang schon irgendwie nach Fischmarkt riecht. Und immer der Nase nach findet man den dann auch gleich. Quasi hinten links im Supermarkt liegt der frische Fisch hier gut gekühlt herum und man nimmt ihn sich einfach so wie bei uns in der Gemüseabteilung aus dem Behältnis und steckt ihn in ein Sackerl. Achja, und Reis und Frittieröl kauft man hier offenbar nicht in kleinen Mengen.

So habe ich mal ein paar Tage relaxed und mir auch mal wieder ein kleines Hoppala in der Reihe „Tolpatsch oft the day“ geleistet:
Auch beim Abendessen gibt es Buffet, und da ist bestimmt für jeden etwas dabei. Fisch, Hühnchen und Rind, Nudeln, Reis und Saucen und natürlich Gemüse in vielen Varianten und Formen. Zu trinken gibt es allerdings ausschließlich Wasser! Und weil man ja etwas auf sich hält, trage ich natürlich Hemd, lange Hose und Schuhe zum Abendessen. Und wie ich so mit meinem Teller um diese dicht aneinander gereihten Warmhaltebehälter mit den großen Deckeln drauf herumschleiche, bleibe ich auch glatt mit dem Hemdsärmel an so einem besch… Behälter hängen, und …
… mit einem riesigen Getöse und Geklimper schlägt er auch schon auf dem Boden auf. Das war der Moment, ab dem mich nun jeder kannte, der in diesem Saal anwesend war. Es war irgendetwas Grünes mit Sauce, dass sich da über mein Hemd, die Hose und meine Schuhe und letztendlich über den Boden verteilte. Ich bin jedenfalls völlig erstarrt mit meinem Teller in der Hand dagestanden und wusste erst gar nicht, wie mir geschah. Zudem muss ich wohl auch noch etwas bleich gewesen sein, da sich sofort 3 Leute um mich kümmerten und mich ständig fragten, ob es mir denn auch gut gehen würde.
Ja, das wars dann mit dem Abendessen. Von oben bis unten völlig bekleckert und halb nass hab ich mich von dannen gemacht. Tags darauf hab ich mich dann noch beim Koch entschuldigt (auf malaysisch natürlich), was ihn offenbar sehr gefreut hat, und hab der Dame und dem Herren vom Personal, die das Unglück aufgewischt haben, noch etwas Trinkgeld zugesteckt, was mir wiederum für den Rest der Woche die besondere Aufmerksamkeit des gesamten Sevicepersonals einbrachte.
Darüber lachen ist OK, mittlerweile kann ich es auch. Foto gibt es allerdings – so ich hoffe – keines davon.

Das Highlight von Port Dickson war allerdings ganz ohne Zweifel die Liveband, die allabendlich in dieser Woche im Sailors Drink Shop spielte.

Die „Eye Angels“ Ann, Jan und Cheng sind eine philippinische Girlyband und ihr Programm reichte von aktuellem Rock und Pop, über Schlager bis Techno, philippinischer Was-auch-immer-Musik und Musik aus den 60ern bis 80ern. Und, sie haben sich echt Mühe gegeben, weshalb ich sie als Branchenkollege dann auch näher kennen lernen musste.

In Einzelgesprächen interviewte ich die Mädchen zu ihrem musikalischen und beruflichen Hintergrund und stellte mit meiner journalistischen Superspürnase fest, dass Cheng, die Gitarristin, mit der Band nur Ihr Innerstes auslebte und in ihrem Brotberuf als Schankmeisterin in einem angesagten oberösterreichischen Szenelokal arbeitet. Was für ein Zufall! Ob man da mal mit einem Auftritt der Sologitarristin rechnen darf?

Und so vergingen die Tage in Port Dickson, bis ich mich am 19. Oktober nach Malakka aufmachte.

Sundown

Veröffentlicht von petermaiergarsten

Email: peter.maier.11@gmx.at

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