Über den ÄQUATOR bis NONGSA POINT

Es ist der 7. Oktober, als sich die Logge auf 4.000nm dreht und auch jener Tag, an dem sich die ersten Vorboten des kommenden Monsuns zeigen, große Gewitterwolken. Ab nun haben wir beinahe jeden Tag (meist nachmittags) in unserer Nähe eine Gewitterfront vorbeiziehen. Manchmal erwischt uns etwas Regen und manchmal auch nicht. Das wirklich gute daran aber ist, dass die Wolken auch immer Wind mit sich bringen und wir sozusagen „angesaugt von der Wolke“ guten Wind in die Segel bekommen. Es wird allerdings umgekehrt auch zusehends so, dass uns bald nur noch die Gewitterwolken Wind bringen und wir ansonsten sehr oft motoren müssen.

So auch in der Inselgruppe LINGGA RIAU etwa 200km südlich von Singapur. Als wir in die Inselgruppe einfahren, fällt auf, dass mitten im Wasser Holzhütten auf Pfählen stehen. Als wir näher kommen, sehen wir, dass es sich um Fischerhütten handelt, die direkt unter sich ein großes Fischernetz angebracht haben.
Auch die Häuser an den Inseln sind meist auf Pfählen über dem Wasser und nicht auf festem Boden errichtet.

Am 8. Oktober nähern wir uns gegen Abend dem ÄQUATOR und um 18:47 Uhr (Zeitbasis Singapur) zeigt der Kartenplotter eine Schiffsposition von 00° 00`.000N. Die nördliche Hemisphäre hat uns wieder. Kurz darauf geht die Sonne unter; direkt über dem Äquator.

Der letzte Abschnitt in Indonesien führt uns erneut durch eine Meerenge mit viel Schiffsverkehr und starken Strömungen. Wenn auch nur noch etwa 80nm, will die Anfahrt gut überlegt sein.
Wann wollen wir ankommen?
Wie ist die Strömung zu welcher Zeit?
Wie lange sind wir in den einzelnen Abschnitten unterwegs? Und …
Wie viel Sprit brauchen wir noch für den restlichen Teil der Strecke?

Denn der Wind wird immer weniger und unsere Dieselvorräte werden deshalb mehrmals täglich überprüft bzw. auf Karten und mit dem Fernglas Ausschau nach einer Möglichkeit zum Tanken gehalten. Doch dann sind wir uns nach allen Berechnungen sicher, dass der Dieselvorrat ausreichend ist, um nach Nongs Point zu kommen. So ankern wir noch einmal vor der Engstelle, die uns zur Straße von Singapur bringt, bevor wir in die Meerenge einfahren.

Am 10. Oktober früh morgens brechende wir auf und werden auch gleich mit regem Schiffsverkehr konfrontiert. Dass hier etwas los ist, kann man am besten auf den Bildern von http://www.marinetraffic.com erkennen. Jedes von den bunten Pünktchen ist ein Schiff. An der Südspitze von Malaysia ist Singapur und dort findet ihr bei genauem Hinsehen einen etwas größeren blauen Pfeil. Das sind wir.

Gut navigiert und manövriert erreichen wir gegen Mittag die Marina NONGSA POINT. Letzte Station in Indonesien und Ausklarierungshafen für unsere Weiterreise nach Malaysien.
Das Marinagebäude kann sich sehen lassen, nebst gepflegter Sanitäreinrichtungen, Pool und Gartenanlage. Zudem ein Restaurant und eine Bar.
Vor der Marina sieht man in einiger Entfernung die großen Frachtschiffe die Straße von Singapur entlang fahren. Am späten Abend gibt’s dann noch ein Bierchen in der Bar, wo man sich mit anderen Seglern trifft und plaudert, von wo man kommt, wohin man fährt, ….           

Sundown

Veröffentlicht von petermaiergarsten

Email: peter.maier.11@gmx.at

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