BALI

Bali ist 5.780km2 groß und hat etwas mehr als 4,2 Mio. Einwohner, wovon wiederum etwa 790.000 in der Hauptstadt DENPASAR im Südosten der Insel leben. BALI ist (im Gegensatz zu TIMOR) nun die westlichste der kleinen Sundainseln und ist von der großen Insel JAVA nur durch eine 2,5km breite Wasserstraße getrennt. Bali ist entgegen aller anderen indonesischen Inseln zu über 90% hinduistisch und gehört damit neben Indien, Nepal und Mauritius zu den wenigen Ländern (obwohl natürlich kein eigenes Land, sondern Teil Indonesiens) mit einer hinduistischen Bevölkerungsmehrheit.
Die Menschen auf Bali glauben fest an das Über- bzw. Unterirdische, und dass diese Kräfte mit Opfergaben besänftigt werden müssen. Deshalb sieht man an Straßenkreuzungen oder anderen gefährlichen Stellen oftmals Opfergaben an Schreinen oder auch einfach nur am Boden stehen. Diese bestehen zumeist aus einem Bananenblatt mit Blumen und Reiskörnern, aber auch Zigaretten, Früchten und anderen guten Sachen, auf die man zwecks Opfergabe verzichtet. So werden die Dämonen besänftigt und beruhigt.

Am Tag nach unserer Ankunft machen wir uns auf in die Stadt. Genauer gesagt in eine Vorstadt von Denpasar, nach KUTA.
Kuta erlangte 2002 und 2005 eine traurige Berühmtheit durch die terroristischen Anschläge auf mehrere Diskotheken und ein Einkaufszentrum mit insgesamt mehr als 200 Opfern. Heute ist Kuta wieder ein beliebter Ferien- und Badeort und bekannt für die guten Surfbedingungen im indischen Ozean. Es ist das Zentrum für neugierige Touristen, und genau das sind wir und deshalb fahren wir mit dem Taxi auch dorthin und steigen am Stand der Tourist Information aus.
Wir fragen nach den Besichtigungsmöglichkeiten für den verbleibenden Tag. Der freundliche junge Mann gibt uns eine kurze Aufstellung von „große Statue“, „Wassertempel“ und „Sundowndance“, Preis für 2 Personen sind 35 Euro, ein eigener Fahrer fährt uns überall hin und bringt uns danach zurück in die Marina. Unschlagbares Angebot, angenommen!
Die verbleibende Stunde bis zur Abfahrt um 14:00 Uhr nutzen wir um ein bisschen einzukaufen, herumzulaufen und zum Strand zu gehen.

Nicht unerwähnt möchte ich die kreative Gestaltung der Straßenbeleuchtungspalmen (inkl. Kokosnüsse!!) lassen, welche im Zentrum von Kuta zu finden sind. Ich gehe mal davon aus, dass es sich dabei um Recyclingmaterial handelt 😉

Und dann geht es auch schon los. Ein Taxi holt uns am TI-Stand ab. Ornan ist unser Fahrer und er ist wie alle anderen auch sehr nett und gesprächig.
Unser erster Anlaufpunkt ist das „GWK“, die GARUDA WISNU KENCANA Statue, die wir schon beim Einlaufen gesehen haben, aber zuerst dachten, dass das ein großer Leuchtturm oder so etwas sei. Bis dahin ist aber ein Stück zu fahren und einmal mehr beweist sich, dass das Zweirad dem Auto eindeutig überlegen ist.

Noch können wir uns gar nichts richtiges unter der geheimnisvollen Statue vorstellen, aber als wir sie dann einmal zwischen den Bäumen durch sehen können, wird uns klar, dass es ein wirklich enorm großes Bauwerk ist.
Mit kleinen Bummelbussen werden wir vom Parkplatz zum Eingang des Kulturparks gebracht und gehen zu Fuß weiter in Richtung GWK. Auf dem Weg dorthin besuchen wir eine Aufführung im Amphitheater, die speziell zum Mitmachen gedacht ist.

Immer weiter geht es zwischen riesigen Felswänden und großen Plätze dazwischen, bis wir an einen überdimensionalen Vogelkopf kommen. Er ist ein 1:1 großer Teil aus der GWK Figur und lässt erahnen wie groß das Gebilde ist.

Und dann stehen wir davor. Einfach gewaltig!

Die Statue samt Podest ist 120,9m hoch (Sockel 46m, Statue 75,9m) und 64m breit. Sie besteht aus einem Stahlgerüst auf einem Podest, das mit 754 Modulen aus Kupfer und Messing verkleidet ist.
Sie wurde 1993 zu bauen begonnen und 2018 erst fertig gestellt. Auf dem nachstehenden Bild ist zu erkennen, wie der Park als ganzes geplant war, bevor nun ein endgültiger Baustopp verhängt wurde.

Der Adler GARUDA ist das Reittier der Gottheit VISHNU und auch das Wappentier Indonesiens. Er steht für Geschwindigkeit, Kraft und Kampfgeist. VISHNU (auch Wisnu) ist der Bewahrer und Beschützer des Universums. Er kämpft gegen zerstörerische Kräfte, wenn diese ausufern und stellt das kosmische Gleichgewicht wieder her.

Man kann auch mit einem Lift in die Statue hinauffahren. Die nächste Fahrt wäre aber erst um 17:00 Uhr gewesen. Viel zu spät für uns. Auf dem Rückweg kommen wir noch an der Büste von Vishnu vorbei und können einer Tanzaufführung beiwohnen.

@ Xaver und Leni: Habt ihr schon die Schlangenkönigin entdeckt?

Dann aber zurück zum Taxi und ab zum Wassertempel; wir sind spät dran. Obwohl, es ist schwer sich loszureißen, weil mich der Anblick dieser gewaltigen Bauwerke schon gefesselt hat.

Am ULUWATU TEMPEL angekommen wird es schon dämmrig. Wir haben also nur wenig Zeit, um uns die Anlage anzusehen, denn bei Sonnenuntergang beginnt der KECAK and FIRE DANCE.
Der auf einer 70m hohen Klippe gelegene Tempel ist wegen seiner Lage, der frei umherlaufenden Affen und seines Sonnenuntergangstanzes bekannt.
Genau heißt er PURA LUHUR ULUWATU, dabei bedeutet LUHUR = göttliche Herkunft, ULU = Spitze und WATU = Fels. Es ist schon ein wenig atemberaubend, wenn man an der Brüstung steht und nach unten sieht, wo die Wellen gegen die senkrechte Felsklippe branden und sich davor das Meer erstreckt, dessen Horizont die Sonne sich immer weiter nähert und dabei ein langes, goldenes Licht auf die Meeresoberfläche wirft.

Als wir zum Theaterplatz kommen scheint schon alles voll zu sein. Aber die Guides weisen uns Plätze zu und auch die nachströmenden Menschen finden noch Platz, bis sich die kleine Arena auch am Boden bis auf einen kleinen, offenen Kreis gefüllt hat. Dann nähert sich die Sonne dem Horizont und der KECAK und FIRE DANCE kann beginnen.

Dieser Tanz ist der einzige, der gänzlich ohne Instrumente aufgeführt wird und an deren statt sich eine Gruppe von Sängern (traditionell 70 Männer, heute etwa 30) sich in Trance singt und den Tanz begleitet. Es war unbeschreiblich, wie die Männer nahezu 1 Stunde lang ihr „tata tata, taha ta“ und ähnliche Sangeslaute durchgehalten haben. Der Hauptsänger kommuniziert dabei über die Tänzer mit den Gottheiten. Es war echt faszinierend!

Der Tanz erzählt eine Geschichte. Die Geschichte von Prinz Rama von Ayodya, der mit seiner Frau Sita und seinem jüngeren Bruder Laksamana im Exil lebt, im Wald Dandaka. Der Dämonenkönig Rahwana entdeckt sie dort und trachtet nach der schönen Sita. Durch eine List (ein goldener Hirsch erscheint) wird Sita von ihren Gefährten getrennt und von Rahwana entführt. Mit Hilfe des Affenkönigs Hanoman können Rama und Laksamana die schöne Sita aber wieder aus den Händen von Rahwana befreien und alles nimmt ein glückliches Ende. Dabei tut sich der in weis gekleidete Affenkönig als Unterhalter und Liebling der Zuseher hervor. Er taucht mitten unter den Leuten auf, tauscht die Rollen mit ihnen und sucht in ihren Haaren nach Läusen. Es darf also auch gelacht werden! Und solltet ihr jemals nach Bali kommen, DAS dürft ihr nicht versäumen. Es war einfach sensationell!

Sundown

Veröffentlicht von petermaiergarsten

Email: peter.maier.11@gmx.at

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