Indonesien / Timor / Kupang (fortgesetzt)

Hallo zusammen, da bin ich mal wieder. Leider bin ich mittlerweile etwas hinten nach mit meinem Blog, aber während der Fahrt in der Welle vertippe ich mich ständig und vor Anker oder an Land gibt es immer viel zu tun und zu sehen, und manchmal packt mich die Muse einfach nicht 😉

An dieser Stelle möchte ich mich mal für die ganzen Bilder, Wünsche und Kommentare bedanken, die ich von Euch aus euren Urlauben und auch von zu Hause bekomme. Darüber freue ich mich immer sehr. DANKE!

INDONESIEN
Die Republik Indonesien ist ein riesig großes Land zwischen Asien und Australien, mit 1.875km Nord-Süd Ausdehnung und über 5.000km von Ost nach West (Australien hat beispielsweise nur etwa 4.000km Breite und Österreich …? (Na da schlagen wir doch gleich mal nach.)
Indonesien ist mit über 264 Mio. Einwohnern das 4. größte Land der Erde und beheimatet die meisten Muslime weltweit. In der Hauptstadt JAKARTA auf der Insel JAVA leben 10 Mio. Einwohner, wobei auf Java überhaupt mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung lebt. Übrigens soll Jakarta auf die Nachbarinsel Kalimantan übersiedelt werden, da auf Java Platzmangel herrscht und es zu tief zur Meereshöhe liegt. Das ist ein Projekt, whow!
Indonesien besteht aus über 17.500 Inseln, wovon aber nur etwa 6.000 bewohnt sind. Es gibt sie also noch in rauen Mengen, die unbewohnten Inseln auf dieser Welt!
Damit ist Indonesien auch der größte Inselstaat der Welt. Einige der Inseln kennt man vom Namen her, wie JAVA, BALI, LOMBOK, FLORES, KOMODO (Varane), SUMATRA, BORNEO (indonesisch Kalimantan), (West-) NEUGUINEA (nicht zu verwechseln mit Papua-Neuguinea; liegt zwar beides auf der gleichen Insel, aber nur der westliche Teil gehört zu Indonesien). Und dann gibt es noch die Insel …

TIMOR
Am östlichen Rand von Indonesien mit etwa 2,8 Mio. Einwohnern und 33.850km2 die größte der „kleinen Sundainseln“ liegt TIMOR.

Indonesien wurde erst nach dem 2. Weltkrieg von seiner niederländischen Kolonialmacht in die Unabhängigkeit entlassen, wobei die nordöstliche Hälfte von Timor aber portugiesisch besetzt war und diese wiederum nur den Status einer portugiesischen Überseeprovinz verliehen bekam.

Ein geteiltes Land ähnlich Zypern also. Das führte immer wieder zu Unabhängigkeitsbestrebungen und in den 70er Jahren sogar zum Bürgerkrieg, sodass die Vereinten Nationen eine Friedenstruppe entsendeten und erst 2002(!) tatsächlich die anerkannte Demokratische Republik Timor-Leste mit der Hauptstadt DILI ausgerufen wurde.

Wir aber befinden uns im südwestlichen Teil der Insel in Indonesien und in deren Hauptstadt …

KUPANG
Kupang liegt mit seinen 335.000 Einwohnern am südwestlichen Zipfel der Insel und ist Anlaufstation für sehr viele von See nach Indonesien einreisenden, wie wir es sind.
Und eines möchte ich auch gleich vorweg nehmen: Die Menschen hier sind sowas von freundlich, herzlich und entgegenkommend, wie ich es (außer im Nepalesischen Hochgebirge) selten zuvor erlebt habe. Sie sind einfach „gut drauf“ würde man bei uns sagen und sie freuen sich, wenn man sie anspricht mit „Guten Tag – Selamat Siang“, „Wie geht’s dir – Apa kabar“, oder „Wie heißt du? – Siapa nama anda?“. Sie lieben es, fotografiert zu werden und noch mehr, wenn man ein Selfi zusammen macht. Aber seht euch die Bilder einfach an, es ist unschwer zu erkennen.

Am ersten Abend nach der Ankunft sind wir zum traditionellen Foodmarket, wo Straßenessen geboten wird. Ein Essensstand nach dem anderen und alle preisen ihre Waren an. Fisch und Meeresfrüchte, Hühnchen, Reis und Gemüse, Fruchtsäfte frisch gepresst oder als Cocktail geshaked.
Ich hab mir einen Fisch ausgesucht und einen NANAS-Shake. Das A von Ananas fehlt mit Absicht. Indonesisch eben NANAS. Und ganz wichtig, damit man als Normalsterblicher das angebotene auch essen und genießen kann, immer dazu sagen: „Tidak Lombo“, was „nicht scharf“ oder genauer“kein Chili“ bedeutet.
Der Fisch wird dann erst mal geschuppt und ausgenommen, flachgedrückt und in ein Gewürzbad gesteckt. Dann in ein Grillgitter gedrückt und rauf auf den Grill.

Übrigens gibt es in der „Küche 😉“ eine strenge Aufgabenteilung:
* Einer, bei dem du die Speisen auswählst
* Zwei an der Kasse
* Ein Speisenvorbereiter (Fisch oder Hühnchen herrichten)
* Ein Griller
* Ein Wokkoch (der wirft alles aus einem halben Meter Entfernung in den Wok, mit eleganten
Bewegungen wie ein Cocktailmixer
* Eine Reisköchin
* Ein Servierer
* Eine Fruchtsaftpress- und Mischerin
* Ein Abwäscher mit 5 Behältnissen (Speisereste, Rest, Vorspülbottich, Spülmittelbottich und Klarspülerbottich). In die Bottiche wird aber alles nur hineingelegt und nicht gewaschen, wie wir das tun, und dass nach ein paar Stunden im letzten Bottich dann das gleiche Wasser ist wie im ersten ist auch klar. Aber das ist halt so, und am Ende hat der Fisch ja SOWAS VON SUPERGUT geschmeckt. Das war „ini lezat“.

Dann haben wir den Gemüsemarkt besucht. Das ist weder mit Bildern noch mit Worten zu beschreiben. Stellt euch mal ein Fußballfeld vor, dass nur aus Gemüseständen (und Fisch- und Fleischständen) besteht und da geht ihr jetzt durch. Übrigens, so schmal kann der Weg da gar nicht sein, dass nicht immer noch die Mopeds auch durch passen würden; völlig crazy!
Und geben tuts hier alles und heikel darf man einfach nicht sein. Aber seht selbst:

Von den BEMOs, den öffentlichen Kleinbussen habe ich euch ja schon berichtet. Die meisten davon haben große Boxen mit einem fetten Sound unter den Sitzen und die spielen auch richtig laut. Alle haben sie unzählige Antennen auf dem Dach, aber da gab es dann einen, der schlug sie alle: Der SUPERBEMO. Der fuhr mit offener Heckklappe und hatte doch tatsächlich nebst Lautsprechern ohne Ende auch noch einen FLAT-TV verbaut auf dem Youtube lief, für den Verkehr hinter ihm. Das war schon voll krass.

Das Maß aller DInge im Straßenverkehr ist hier aber das motorisierte Zweirad. In allen Bauformen, Motorleistungen und Farben. Sie fahren überall und kreuz und quer, aber es geht immer alles gut (irgendwie). UND es fahren auch geschätzte 95% mit Helm, außer Kleinkinder, die werden einfach im Arm gehalten, oder die 3. Person in der Mitte oder …
Würde man nur jedes 2. oder 3. Moped durch ein Auto ersetzen (wie das bei uns der Fall ist), würde der Verkehr augenblicklich zum Erlieghen kommen. Kein Platz mehr, kein überholen, nicht durch enge Gassen; Das Moped ist hier die klare Nummer 1.
Tja, und das musste ich natürlich auch gleich mal ausprobieren. Keine Sorge, ich bin nicht selber gefahren, sondern „nur“ mitgefahren. Ein Abenteuer und noch dazu nur mit einer Hand am Haltegriff, denn mit der anderen musste ich ja filmen und fotografieren.

Ja, und irgendwann mussten wir auch wieder los, und so hieß es am Samstag den 21.09.2019 um 17:30 Uhr wieder „Anker auf“. Wir ließen Kupang achteraus liegen und sind in Richtung BALI aufgebrochen. Sundown.

Veröffentlicht von petermaiergarsten

Email: peter.maier.11@gmx.at

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